Chronik der Geschichte

Woodrow Wilson

Woodrow Wilson

Woodrow Wilson war Präsident von Amerika, als der Versailler Vertrag unterzeichnet wurde. Im Gegensatz zu Georges Clemenceau glaubte er, dass nach ihrer Niederlage im Ersten Weltkrieg eine gemäßigtere Herangehensweise an Deutschland erforderlich sei. In diesem Sinne ähnelte er Lloyd George von Großbritannien, der privat wollte, dass Deutschland relativ stark blieb, damit das Land als Bollwerk gegen den Kommunismus fungieren konnte, von dem er glaubte, dass er sich von Russland aus ausbreiten würde.

Woodrow Wilson wurde 1856 geboren. Er wurde Amerikas 28. Präsident. Sein Vater war ein strenger christlicher Minister, und Woodrow Wilson wuchs in einem Haushalt auf, der mit solchen Überzeugungen verbunden war. Er wurde in Princeton und dann an der University of Virginia und der John Hopkins University ausgebildet. 1890 wurde er zum Professor in Princeton ernannt, eine Position, die er bis 1902 innehatte. Von 1902 bis 1910 war Woodrow Wilson Präsident von Princeton.

Im Jahr 1910 wurde Woodrow Wilson zum Gouverneur von New Jersey für die Demokraten gewählt. Er wurde für seine sozialen Reformen in New Jersey schnell landesweit berühmt und gewann 1912 die Präsidentschaftswahlen.

Als Präsident konzentrierte sich Woodrow Wilson auf Themen, die ihm wichtig waren - wie das Kartellrecht, um sicherzustellen, dass die Menschen in Amerika ein System erhielten, das ihnen gegenüber fair war. Woodrow Wilson begann auch mit der Reorganisation des föderalen Bankensystems.

Von 1914 bis 1917 beobachtete er im Ersten Weltkrieg eine strenge Neutralität, doch die Aktivitäten deutscher U-Boote zwangen ihn besonders mit dem Untergang der 'Lusitania' im Jahr 1915, bei dem 128 amerikanische Bürger ums Leben kamen. Am 6. April 1917 trat Amerika als "assoziierte Macht" und nicht als Verbündeter Frankreichs und Großbritanniens in den Krieg ein. Ironischerweise hatte Woodrow Wilson 1916 die nationalen Wahlen unter dem Motto „Er hat uns aus dem Krieg herausgehalten“ gewonnen.

Während der Friedensgespräche in Versailles präsentierte Woodrow Wilson eine gemäßigte Stimme. Er hatte keine Zweifel, dass Deutschland bestraft werden sollte, aber er wollte, dass die Machthaber bestraft wurden - nicht die Menschen. Im Januar 1918 hatte Woodrow Wilson seine "Vierzehn Punkte" als Grundlage für den Frieden ausgegeben. Er hatte auch eine Idee für einen Völkerbund, um den Weltfrieden aufrechtzuerhalten. In internationalen Angelegenheiten erwies sich Woodrow Wilson als etwas naiv. Er wollte das Vertrauen für den künftigen Weltfrieden in die Hände des Völkerbundes legen, doch Amerika weigerte sich, sich ihm anzuschließen. Durch die Weigerung, der Liga beizutreten, hatte die amerikanische politische Struktur den Vorläufer der Vereinten Nationen ernsthaft geschwächt. Woodrow Wilson verbrachte einige Zeit nach der Durchquerung Amerikas im Jahr 1919 damit, die Idee der Liga zu "verkaufen". Am 26. September 1919 brach er zusammen und seine politische Karriere endete plötzlich. Er war für den Rest seines Lebens Invaliden und starb 1924.

Woodrow Wilson war ein Idealist, dessen Plan für eine Liga durch die Weigerung der USA, der Liga beizutreten, dauerhaft geschwächt wurde. Seine vierzehn Punkte waren auf dem Papier in Ordnung, aber keine Nation war bereit, sie substanziell zu unterstützen. Als Demokrat musste er sich mit einem Senat auseinandersetzen, der nach Kriegsende eine republikanische Mehrheit besaß - und die Loyalität der Partei bedeutete, dass seine Ideen für eine friedliche Welt auf politischer Ebene zunichte gemacht wurden.

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