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Christabel Pankhurst

Christabel Pankhurst

Christabel Pankhurst war zusammen mit ihrer Mutter Emmeline Pankhurst eine der treibenden Kräfte der Suffragettenbewegung. Christabel hatte eine Schwester, Sylvia. Sylvia verließ die Bewegung jedoch, als Emmeline die Ansicht äußerte, dass eine patriotische Suffragette die Kriegsanstrengungen unterstützen sollte. Sylvia war eine engagierte Pazifistin und stimmte nicht zu. Christabel unterstützte jedoch voll und ganz den Standpunkt ihrer Mutter und blieb eines der lautstärksten Mitglieder der Suffragettenbewegung.

Christabel wurde am 22. September geborennd 1880. Ihr Vater war ein radikaler Sozialist und er hatte großen Einfluss auf ihre Erziehung und half, ihre frühen Ansichten zu formen. Ihre Mutter spielte auch eine herausragende Rolle. Christabel besuchte die Manchester High School für Mädchen.

1901 lernte Christabel Eva Gore-Booth kennen, die Mitglied der NUWSS - National Union of Women's Suffrage Societies war. Gore-Booth war in Manchester und versuchte, Arbeiterinnen davon zu überzeugen, sich der NUWSS anzuschließen, und Christabel war von ihren Argumenten angetan. Sylvia und Emmeline Pankhurst waren ebenfalls von den Argumenten für das Frauenwahlrecht angetan. Die NUWSS glaubten jedoch nicht an direktes Handeln, da sie auf die Möglichkeiten des verbalen Denkens vertrauten. Alle drei Pankhursts glaubten bald, dass die NUWSS nichts erreichen würde, da sie zu passiv war.

1903 war Christabel zusammen mit ihrer Mutter Mitbegründerin der Frauen-Sozial- und Politischen Union (WSPU), die unter dem Namen Suffragetten bekannt wurde. 1905 wurde sie verhaftet, weil sie ein Treffen der Liberalen Partei gestört hatte. Zusammen mit Annie Kenney rief sie "Votes for Women", als Redner auf der Bühne standen und sich an das Publikum richteten. Christabel wurde bestraft, weil sie den Frieden gestört hatte, aber sie weigerte sich zu zahlen und wurde ins Gefängnis gesteckt. Die Medien widmeten dieser ganzen Episode große Aufmerksamkeit und dienten dazu, die Sache der Suffragette herauszustellen. Infolgedessen entschieden sich viel mehr Frauen für den Beitritt.

1906 erhielt Christabel einen Abschluss in Rechtswissenschaften von der Manchester University. Danach zog sie nach London, wo sie Organisationssekretärin der WSPU wurde. Trotz der Unterstützung der jungen Independent Labour Party und einiger Abgeordneter weigerte sich die reale Machtbasis im Parlament, den Begriff des Frauenwahlrechts zu akzeptieren. Infolgedessen wurden die Suffragetten in ihrer Herangehensweise extremer. Sie argumentierten, dass sie aufgrund der Behinderung des Parlaments gezwungen wurden, militanter zu werden. Christabel wurde 1907 und 1909 inhaftiert und von den Medien als "Königin der Menge" bezeichnet.

1910 entschied die WSPU, dass die einzige Möglichkeit, ihre Ziele zu erreichen, darin bestand, disruptiver zu werden. Demonstrationen mit Plakaten wurden durch das Werfen von Steinen, das Zerbrechen von Schaufenstern und den Angriff auf Politiker ersetzt, von denen bekannt war, dass sie gegen das Frauenwahlrecht waren. Die 'Königin der Menge' wurde zum Ziel der Polizei und Christabel lud in gewissem Maße dazu ein, auf sie aufmerksam zu werden.

Von 1912 bis 1913 lebte Christabel in Frankreich, um der Inhaftierung zu entgehen. 1913 kehrte Christabel nach England zurück, als die diplomatische Position in Europa nachließ. Sie wurde bei ihrer Rückkehr festgenommen. Sie war zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden, verbüßte jedoch nur 30 Tage. Im Gegensatz zu ihrer Schwester Sylvia gab Christabel bekannt, dass sie die Regierung bei der Kriegserklärung gegen Deutschland unterstützt. Am 8. Septemberth 1914 sprach sie an der London Opera House und hielt eine Rede mit dem Titel "The German Peril". Christabel war eine Unterstützerin der Wehrpflicht und der "industriellen Wehrpflicht" von Frauen. Sie glaubte auch, dass Internierung gegen diejenigen angewendet werden sollte, die Ausländer waren, denen man aber nicht trauen konnte. Die WSPU-Zeitung wurde 1915 in "Britannia" umbenannt. Der Slogan lautete "Für König, Für Land, Für Freiheit". Christabels Anhänger verteilten jedem jungen Mann, den sie in Zivil sahen, weiße Federn. Christabel griff in "Britannia" häufig Politiker an, die sie als kriegsschonend ansah - Sir Edward Gray und Lord Robert Cecil gehörten zu denen, die beide offen als "Verräter" bezeichnet wurden. Tatsächlich wurde "Britannia" so gefährlich, dass es die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich zog, die mehr als einmal seine Räumlichkeiten überfiel. Durch eine ironische Wendung unterstützte Christabel den einen Mann, den sie in früheren Tagen für das Abwürgen des Frauenwahlrechts verantwortlich gemacht hatte - David Lloyd George.

1917 reiste Christabel nach Russland, um den Rückzug des Landes aus dem Ersten Weltkrieg zu verhindern.

1918 führte die Volksvertretung das Frauenwahlrecht für über 30-jährige ein. In gewisser Weise hat dies viele in der WSPU befriedigt. Bei den Wahlen von 1918 trat Christabel als Kandidatin der Frauenpartei in Smethwick an. Sie verlor knapp gegen die Labour Party-Kandidatin.

1921 verließ Christabel Großbritannien und zog nach Amerika. Sie wurde Evangelistin und schloss sich der zweiten Adventbewegung an. Christabel kehrte Anfang der 1930er Jahre nach England zurück und wurde 1936 zur Dame Commander des British Empire ernannt. 1939 kehrte sie nach Amerika zurück.

Christabel Pankhurst starb am 13. Februar 1958 im Alter von 77 Jahren in Kalifornien.


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