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Sowjetische Invasion in Afghanistan

Sowjetische Invasion in Afghanistan

Afghanistan machte 1979 weltweit Schlagzeilen. Afghanistan schien den Kalten Krieg perfekt zusammenzufassen. Aus Sicht des Westens hatten Berlin, Korea, Ungarn und Kuba gezeigt, wie der Kommunismus vorgehen wollte. Afghanistan war eine Fortsetzung davon.

Zu Weihnachten 1979 landeten sowjetische Fallschirmjäger in Kabal, der Hauptstadt Afghanistans. Das Land befand sich bereits in einem Bürgerkrieg. Der Premierminister, Hazifullah Amin, versuchte, die muslimische Tradition innerhalb der Nation zu verdrängen, und er wollte eine westlichere Ausrichtung auf Afghanistan. Dies empörte die Mehrheit der afghanischen Bevölkerung, da eine starke Tradition des muslimischen Glaubens im Land weit verbreitet war.

Tausende muslimische Führer waren festgenommen worden und viele weitere waren aus der Hauptstadt geflohen und in die Berge gegangen, um der Polizei von Amin zu entkommen. Amin führte auch eine kommunistische Regierung an - ein Glaube, der die Religion ablehnt, und dies war ein weiterer Grund für solch offensichtliche Unzufriedenheit mit seiner Regierung.

Tausende afghanische Muslime schlossen sich den Mudschaheddin an - einer Guerillaeinheit, die eine heilige Mission für Allah durchführt. Sie wollten den Sturz der Amin-Regierung. Die Mudschaheddin erklärten den Anhängern von Amin einen Dschihad - einen heiligen Krieg. Dies wurde auch auf die Sowjets ausgedehnt, die sich jetzt in Afghanistan befanden und versuchten, die Macht der Amin-Regierung aufrechtzuerhalten. Die Sowjetunion behauptete, dass sie von der Amin-Regierung eingeladen worden waren und nicht in das Land einmarschierten. Sie behaupteten, ihre Aufgabe sei es, eine legitime Regierung zu unterstützen, und die Mudschaheddin seien nicht mehr als Terroristen.

Am 27. Dezember 1979 wurde Amin von den Sowjets erschossen und durch Babrak Kamal ersetzt. Seine Position als Chef der afghanischen Regierung hing völlig davon ab, dass er sowjetische militärische Unterstützung benötigte, um an der Macht zu bleiben. Viele afghanische Soldaten waren in den Mudschaheddin im Stich gelassen worden, und die Regierung Kamal brauchte 85.000 Soldaten aus der UdSSR, um an der Macht zu bleiben.

Die Mujahdeen erwiesen sich als ein gewaltiger Gegner. Sie waren mit alten Gewehren ausgerüstet, kannten jedoch die Berge um Kabal und die dort herrschenden Wetterbedingungen. Die Sowjets setzten Napalm, Giftgas und Hubschraubergeschütze gegen die Mudschaheddin ein - aber sie erlebten genau dasselbe militärische Szenario wie die Amerikaner in Vietnam.

1982 kontrollierten die Mudschaheddin 75% Afghanistans, obwohl sie gegen die Macht der zweitmächtigsten Militärmacht der Welt kämpften. Junge Wehrpflichtige aus den USA konnten sich nicht gegen Männer durchsetzen, die von ihrem religiösen Glauben angetrieben wurden. Obwohl die sowjetische Armee einen guten Ruf hatte, zeigte der Krieg in Afghanistan der Welt, wie arm sie außerhalb militärischer Auslagen war. Armeestiefel haben nicht länger als 10 Tage gedauert, bevor sie in der rauen Umgebung der afghanischen Berge in Stücke gefallen sind. Viele sowjetische Soldaten verlassen die Mudschaheddin. Sowjetische Panzer waren in den Gebirgspässen von geringem Nutzen.

Die Vereinten Nationen hatten die Invasion bereits im Januar 1980 verurteilt, aber ein Antrag des Sicherheitsrates, der den Abzug der sowjetischen Streitkräfte forderte, wurde abgelehnt ... von der US-amerikanischen Regierung.

Amerika verbot den Export von Getreide nach Russland, beendete die damals stattfindenden SALT-Gespräche und boykottierte die Olympischen Spiele, die 1980 in Moskau stattfinden sollten. Ansonsten unternahm Amerika nichts. Warum? Sie wussten, dass die Sowjetunion in ihr eigenes Vietnam vorgedrungen war, und sie bot dem amerikanischen Geheimdienst auch die Möglichkeit, neue sowjetische Militärgüter zu erwerben, die in Afghanistan eingesetzt werden konnten. Mujhadeen-Kämpfer erhielten Zugang zu amerikanischen Boden-Luft-Raketen - allerdings nicht durch Direktverkäufe von Amerika.

Michail Gorbatschow nahm die UdSSR aus dem Fiasko in Afghanistan heraus, als er erkannte, dass viele sowjetische Führer zu ängstlich waren, um öffentlich zuzugeben, dass die Sowjets den Krieg nicht gewinnen konnten und die Kosten für die Aufrechterhaltung einer derart großen Streitmacht in Afghanistan die ohnehin Schwachen lähmten Wirtschaft der UdSSR

Ende der achtziger Jahre führten die Mudschaheddin in Afghanistan einen Krieg gegen sich selbst, in dem harte Kämpfer der Taliban die gesamte Nation stärker in den Griff bekamen und der afghanischen Bevölkerung ein sehr strenges muslimisches Gesetz auferlegten.


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